Thüringer Landesamt für Statistik - Pressemitteilung


Erfurt, 12. Mai 2006 - Nr. 163

Frage der Woche Nr. 19 Computerzeit

Am 12. Mai 1941 stellte der deutsche Ingenieur Konrad Zuse (1919 -1995) den ersten voll funktionierenden programmgesteuerten Digitalrechner (Z3) vor. Die Eins (= ja) und die Null (= nein) bekamen Schlüsselpositionen.
In diesen 65 Jahren gab es eine mehr als rasante Entwicklung hinsichtlich Leistungsfähigkeit, Größe der Geräte und der allgemeinen Verbreitung.

Wie steht es um die Ausstattung der Thüringer Haushalte mit Computern?
Wie viele von 100 Haushalten waren im Jahr 2003 mit Computern ausgestattet?

   A. 60
   B. 70
   C. 80

Lösung

 Die richtige Antwort ist A:  60  

Im Jahr 1993 verfügten in Thüringen 14 von 100 Haushalten über einen Personalcomputer (einschließlich Laptop). Im Jahr 1998 hatte sich die Zahl mit 36 Haushalten schon mehr als verdoppelt und bis zum Jahr 2003 mit 60 von 100 Haushalten mehr als vervierfacht.
Nach Ergebnissen der Einkommens- und Verbrauchsstichprobe1) stieg der Anteil der Haushalte mit Personalcomputern in den neuen Bundesländern zwischen 1993 und 2003 von 16 auf 57 Haushalte, im früheren Bundesgebiet von 22 auf 62 Haushalte.

Erwartungsgemäß sind PC am häufigsten in Haushalten von Paaren mit Kindern zu finden. 83 Prozent dieser Haushalte besaßen Anfang 2003 einen PC. Dagegen hat nur jedes zweite Paar ohne Kinder einen PC in seinem Besitz. Haushalte von Alleinlebenden sind nur zu einem Drittel mit PC ausgerüstet.

Selbständige können auf den PC fast nicht mehr verzichten. Im Jahr 2003 gab es in 91 von 100 dieser Haushalte Computer. In Haushalten, in denen der Haupteinkommensbezieher ein Angestellter oder Arbeiter ist, lag der Ausstattungsgrad bei 82 bzw. 72 PC je 100 Haushalte. In Haushalten von Nichterwerbstätigen bei 28.

Der Ausstattungsgrad der Haushalte mit PC steigt auch mit zunehmendem Haushaltsnettoeinkommen an. Während 36 Prozent aller Haushalte mit einem Haushaltsnettoeinkommen unter 900 Euro einen PC haben, sind es bei Haushalten mit einem Haushaltsnettoeinkommen zwischen 1 500 und 2 000 Euro bereits 61 Prozent. Von den Haushalten mit einem monatlichen Haushaltsnettoeinkommen ab 3 600 Euro verfügt nahezu jeder (97 Prozent) über einen PC.

Die Thüringer aller Altersgruppen stehen neuer Technik aufgeschlossen gegenüber. Am höchsten ist der Ausstattungsgrad der Haushalte mit PC in der Altersgruppe der 35- bis unter 45-Jährigen, von denen 87 Prozent einen PC besitzen. Ihnen folgen mit 78 Prozent die 45- bis unter 55-Jährigen. Platz drei belegen mit 74 Prozent die Haushalte der 25- bis unter 35-Jährigen. Der PC bleibt nicht auf die jüngere Generation beschränkt. So ist in jedem zweiten Haushalt der 55- bis unter 65-Jährigen und in jedem dritten Haushalt der 65- bis unter 70-Jährigen ein PC zu finden.


Noch deutlicher wird der Siegeszug der Personalcomputer am Ausstattungsbestand, d.h. anhand der Anzahl der Personalcomputer in den Haushalten.
Bezogen auf 100 Thüringer Haushalte waren 77 Personalcomputer vorhanden. In größeren Haushalten zeigt sich, dass den Familienmitgliedern mehr als 1 Computer zur Verfügung stehen. In Haushalten mit 3 Personen sind es 111 Geräte je 100 Haushalte, in Haushalten mit 4 Personen 135 und bei 4 Personen 158 Personalcomputer.


Nach Ergebnissen von Eurostat sind die deutschen Haushalte im Rahmen Europas überdurchschnittlich gut mit Personalcomputern ausgestattet. Im Jahr 2005 besaßen drei Viertel aller deutschen Haushalte einen Personalcomputer (stationär und mobil). Mehr Personalcomputer gab es im Jahr 2005 vorwiegend in den nordischen Staaten Island (95 Prozent), Schweden (85 Prozent) und Dänemark (92 Prozent) sowie in Luxemburg (90 Prozent), in den Niederlanden (80 Prozent) und im Vereinigten Königreich (78 Prozent).


1) Die Einkommens- und Verbrauchsstichprobe (EVS) wird nur alle 5 Jahre durchgeführt.