Thüringer Landesamt für Statistik - Pressemitteilung


Erfurt, 20. Oktober 2006 - Nr. 376

Frage der Woche Nr. 42 Erzieherisch beraten

Nicht immer läuft es glatt im Leben von Kindern und Jugendlichen. Es kommt zu Beziehungsproblemen im Elternhaus und/oder mit anderen Menschen, es gibt Schul- und Ausbildungsprobleme, es werden Straftaten durch die Jugendlichen begangen, die Eltern trennen sich. In solchen und anderen Fällen können sich Jugendliche und ihre Familien z.B. von öffentlichen und freien Trägern der Jugendhilfe fachkundig beraten lassen.

Wer nimmt überwiegend Kontakt zu den Jugendhilfe-Beratungsstellen auf?

      A.  die Jugendlichen selbst
      B.  die Mütter
      C:  soziale Dienste

Lösung

 Die richtige Antwort ist B: die Mütter  

Im Jahre 2005 lebten in Thüringen 609 335 junge Menschen bis 26 Jahre. Das war mehr als ein Viertel (26,1 Prozent) der Bevölkerung. Für 10 043 Kinder und Jugendliche bis 26 Jahre (1,6 Prozent dieser Altersgruppe) wurde im vergangenen Jahr eine institutionelle Beratung wegen individueller oder familienbezogener Probleme durchgeführt und beendet. Das waren nach Mitteilung des Thüringer Landesamtes für Statistik 1,7 Prozent weniger als im Jahr 2004. Die institutionelle Beratung junger Menschen bewegte sich in Thüringen in den vergangenen fünf Jahren auf etwa gleich hohem Niveau zwischen rund 9 750 und 10 270 Beratungen.

Knapp 50 Prozent (4 824) dieser jungen Menschen waren im schulpflichtigen Alter von 6 bis 14 Jahren.
Rund ein Fünftel dieser beendeten Beratungen (2 149 bzw. 21,3 Prozent) betraf Kinder im Alter bis zu 5 Jahren.

Mehr als die Hälfte (5 351 bzw. 53,2 Prozent) aller im Jahr 2005 beendeten Beratungen entfielen auf das männliche Geschlecht.

Rund 70 Prozent der beratenen Kinder und Jugendlichen (6 922) hatten keine Geschwister bzw. nur einen Bruder oder eine Schwester.

Im Rahmen der institutionellen Beratung wurden diese Hilfen schwerpunktmäßig als Erziehungs- und Familienberatung (8 041) sowie Jugendberatung (1 991) angeboten.
Die Suchtberatung hatte in Thüringen eine untergeordnete Bedeutung.

7 958 bzw. 79,2 Prozent der Beratungen wurden von freien Trägern der Jugendhilfe durchgeführt, in den übrigen 2 085 Fällen (20,8 Prozent) fanden die Jugendlichen Unterstützung bei Beratungsstellen öffentlicher Träger.

Den Kontakt zu den Beratungsstellen nahmen überwiegend die Mütter auf (5 527 bzw. 55,0 Prozent) und in 1 807 Fällen (18,0 Prozent) die jungen Menschen selbst.

Die durchschnittliche Dauer der Beratungen betrug acht Monate.

Beziehungsprobleme waren auch im Jahr 2005 - wie in den vergangenen Jahren - der Hauptauslöser für eine Beratung1). Sie bildeten den Schwerpunkt mit 4 852 Beratungen. Eine weitere häufig genannte Ursache waren Entwicklungsauffälligkeiten des jungen Menschen mit 2 752 Beratungen.

Bezogen auf 1 000 junge Menschen bis 26 Jahre wurden in Thüringen insgesamt 16,2 Kinder und Jugendliche institutionell beraten. Dabei ist der Anteil in den kreisfreien Städten und Landkreisen sehr differenziert. Während in der Stadt Eisenach 46,0 von 1 000 jungen Menschen diese Beratung in Anspruch nahmen, waren es im Landkreis Hildburghausen nur 7,3 junge Menschen.

1) Für jeden jungen Menschen konnten bis zu zwei Anlässe des Beratungsvorganges angegeben werden.

Institutionelle Beratungen junger Menschen im Jahr 2005 in Thüringen
Kreisfreie Stadt
Landkreis
Land
Insgesamt Davon Schwerpunkt der Beratung Öffent-
liche
Freie
Anzahl je 1000
junge
Menschen
männ-
lich
weib-
lich
Erziehungs-/
Familien-
beratung
Jugend-
beratung
Träger
Stadt Erfurt 858 15,4 436 422 696 162 - 858
Stadt Gera 639 25,3 332 307 512 127 - 639
Stadt Jena 359 11,3 185 174 260 98 177 182
Stadt Suhl 221 21,8 117 104 164 57 - 221
Stadt Weimar 247 13,1 135 112 217 29 - 247
Stadt Eisenach 498 46,0 241 257 371 127 - 498
Eichsfeld 301 9,0 133 168 247 54 - 301
Nordhausen 423 17,3 234 189 335 87 149 274
Wartburgkreis 501 13,5 271 230 392 109 - 501
Unstrut-Hainich-Kreis 289 9,2 151 138 249 40 - 289
Kyffhäuserkreis 372 16,2 190 182 353 19 - 372
Schmalkalden- Meiningen 616 17,3 315 301 497 118 - 616
Gotha 631 16,8 328 303 452 179 - 631
Sömmerda 196 9,5 113 83 168 28 - 196
Hildburghausen 142 7,3 79 63 119 22 - 142
Ilm-Kreis 281 9,1 150 131 280 1 - 281
Weimarer Land 263 11,0 144 119 250 13 141 122
Sonneberg 361 22,9 198 163 304 54 222 139
Saalfeld-Rudolstadt 566 18,4 296 270 521 45 49 517
Saale-Holzland-Kreis 817 34,3 530 287 458 357 437 380
Saale-Orla-Kreis 214 8,8 110 104 187 27 - 214
Greiz 340 11,8 170 170 237 103 2 338
Altenburger Land 908 35,8 493 415 772 135 908 -
Thüringen 10 043 16,2 5 351 4 692 8 041 1 991 2 085 7 958


Beendete institutionelle Beratungen junger Menschen im Jahr 2005