Thüringer Landesamt für Statistik - Pressemitteilung


Erfurt, 24. November 2006 - Nr. 419

Frage der Woche Nr. 47 Automobile

Am 25. November 1844 wurde ein Mann geboren, der mit seiner Erfindung die Welt einschneidend veränderte. Karl Benz (1844 - 1929) reichte im Jahr 1886 eine Patentschrift für ein dreirädriges „Fahrzeug mit Gasmotorenbetrieb“ ein. Von 1894 bis 1902 stellte er auch als erster ein Automobil in Serie her. Es folgten fast zeitgleich Daimler und Maybach, Markus in Wien und es begann die sehr dynamische Zeit der Automobile, der selbst beweglichen Fahrzeuge ohne Hilfe von Schienen oder Zugtieren.

Wie viele Automobile sind 120 Jahre später in Thüringen zugelassen?

   A.  1,0 Millionen Pkw
   B.  1,3 Millionen Pkw
   C.  1,7 Millionen Pkw

Lösung

 Die richtige Antwort ist B: 1,3 Millionen Pkw  

Am Jahresanfang 2006 waren in Thüringen 1 292 962 Personenkraftwagen1) 2) zugelassen. Damit stieg nach Mitteilung des Thüringer Landesamtes der Bestand an Personenkraftwagen im Vergleich mit dem Jahr 1994 um rund 154 Tausend bzw. 13,5 Prozent.
In Deutschland erhöhte sich der Bestand um 6,3 Millionen Pkw bzw. 15,9 Prozent auf 46,1 Millionen Pkw.
Der deutlichste Zuwachs von 1994 bis 2006 wurde für Brandenburg (um 24,7 Prozent auf 1,45 Millionen Pkw) und Bayern ermittelt (um 21,4 Prozent auf 7,5 Millionen Pkw).
Das Jahr 1994 wurde als Vergleichsjahr gewählt, da bis zum Stichtag 31.12.1993 in den neuen Bundesländern die alten Pkw-Kennzeichen noch gültig waren, diese aber nicht im Zentralen Fahrzeugregister erfasst wurden.

Rund 84 Prozent aller zugelassenen Kraftfahrzeuge in Thüringen als auch in Deutschland sind Personenkraftwagen.

Und der Bestand wächst weiter. Von Januar bis Oktober 2006 wurden in Deutschland 2,84 Millionen Pkw neu zugelassen, in Thüringen 67 335.

1989 kam in der DDR 1 Pkw auf 4 Personen, im Jahr 2006 hatte jeder zweite Einwohner Thüringens einen Pkw.

Nach Internet-Recherchen sollen weltweit 575 Millionen Personenkraftwagen zugelassen sein, mit deutlichem Wachstum auf allen Kontinenten.

Der Wirtschaftszweig „Herstellung von Kraftwagen und Kraftwagenteilen“ gehört gemeinsam mit der Ernährungsindustrie zu den umsatzstärksten Wirtschaftszweigen in Thüringen. Mit rund 2,2 Milliarden Euro wurde hier in den ersten neun Monaten dieses Jahres mehr als ein Zehntel des Thüringer Industrieumsatzes erwirtschaftet (Betriebe mit im Allgemeinen 20 und mehr Beschäftigten).
Fahrgestelle, Karosserien und Motoren für Kfz sowie Personenkraftwagen und Wohnmobile gehören nach Büromaschinen zu den wichtigsten Thüringer Exportgütern. Der Anteil der Fahrgestelle, Karosserien und Motoren für Kfz sowie Personenkraftwagen und Wohnmobile an der Gesamtausfuhr lag im 1. Halbjahr 2006 bei 17 Prozent (730 Millionen Euro).

Das „teure Stück“ - nicht nur im wertmäßigen Sinn - kommt seinem Besitzer immer teuerer. Auch wenn die Kraftstoffpreise gegenwärtig etwas gesunken sind, so stieg der Kraftfahrer-Preisindex, d.h. alle Kosten rund ums Auto, in Thüringen im Vergleich der Jahresdurchschnitte 2000 und 2005 um 12,5 Prozent. Hauptsächlich verursacht durch die Kfz-Steuern (+ 56,5 Prozent), Kraftstoffpreise (+ 12,6 Prozent) und die Preise für Reparaturen und Inspektionen (+ 9,1 Prozent). Ein neues Auto kostete im Schnitt 5,2 Prozent mehr.

1) Kraftfahrt-Bundesamt
2) Durch die Harmonisierung der Fahrzeugpapiere werden Fahrzeuge mit besonderer Zweckbestimmung (Wohnmobile, Krankenwagen u.a.) ab dem 1. Januar 2006 den Pkw zugeordnet.

Pkw-Bestand in Deutschland