Thüringer Landesamt für Statistik - Pressemitteilung


Erfurt, 19. September 2007 - Nr. 284

Internationale Bildungsindikatoren im Lšndervergleich

Die OECD hat auch in diesem Jahr im September mit „Education at a Glance“ (Bildung auf einen Blick) eine aktuelle Publikation zu bildungspolitischen Fragen herausgegeben. Die Bildungssysteme der OECD-Staaten sowie einiger weiterer Staaten werden darin anhand einer Vielzahl von Indikatoren dargestellt.
Die Veröffentlichung „Internationale Bildungsindikatoren im Ländervergleich“ 2007, die soeben erschienen ist, stellt eine Ergänzung zur OECD-Publikation für Deutschland dar.

Interessante Einzelergebnisse daraus sind:

Im Jahr 2005 lag der Anteil der Bevölkerung im Alter von 25 bis 64 Jahren mit mindestens einen Abschluss des Sekundarbereichs II (Abitur sowie Abschluss einer Ausbildung im dualen System oder einer Berufsfachschule) in allen Bundesländern deutlich über dem OECD-Durchschnitt von 68 Prozent (Deutschland 83 Prozent). In den neuen Bundesländern lag der Anteil bei 90 Prozent oder mehr, darunter in Thüringen bei 93 Prozent; dieser Wert wurde in der OECD nur von der Tschechischen Republik erreicht.

Das mittlere Alter der Studienanfänger in den einzelnen Ländern lag im Jahr 2005 zwischen 20,8 Jahren in Thüringen und Sachsen und 23,0 Jahren in Hamburg. Sehr junge Studienanfänger gab es 2005 außer in Griechenland, in Spanien und Irland (jeweils 19,0 Jahre), Belgien und Mexiko (jeweils 19,5 Jahre) sowie im Vereinigten Königreich und den Vereinigten Staaten (jeweils 19,6 Jahre).

Der Anteil der jährlichen Ausgaben pro Bildungsteilnehmer bezogen auf das Bruttoinlandsprodukt pro Kopf betrug in Deutschland im Jahr 2005 im Primarbereich (1.-4. Klasse) 17 Prozent (OECD-Mittel: 20 Prozent). In den neuen Bundesländern waren die Gesamtausgaben überdurchschnittlich hoch, insbesondere in Thüringen und Sachsen-Anhalt mit je 31 Prozent.

Die durchschnittliche Klassengröße im Primarbereich betrug im OECD-Mittel und in Deutschland im Jahr 2005 jeweils 22 Schüler. Die Spanne reichte im Primarbereich von 17 Schülern je Klasse in Sachsen-Anhalt, 19 Schülern in Thüringen bis zu 24 Schülern in Hamburg und Nordrhein-Westfalen sowie im Sekundarbereich I (5.-10. Klasse sowie Berufsvorbereitungsjahr) von 20 in Thüringen bis zu 27 in Nordrhein-Westfalen (Deutschland 25 Schüler).

Das Schüler-Lehrkräfte-Verhältnis war im Primarbereich im Jahr 2005 ungünstiger als im Sekundarbereich I. In den OECD-Staaten wurden im Primarbereich durchschnittlich 17 Kinder von einer Lehrkraft betreut, im Sekundarbereich I rund 14 Schüler. In Deutschland waren es 19 bzw. 16. Die Spanne reichte im Primarbereich von 13 Schülern je Lehrkraft in Sachsen-Anhalt, 14 Schülern in Thüringen und Sachsen bis zu 21 in Hessen. Im Sekundarbereich I reichte sie von 12 in Thüringen, Sachsen und Sachsen-Anhalt bis zu 17 im Saarland, in Schleswig-Holstein, Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen.

In dieser umfassenden Veröffentlichung der Statistischen Ämter des Bundes und der Länder werden diese und weitere wesentliche Kernindikatoren des OECD-Programms auf Bundesländerebene beleuchtet.
Die Veröffentlichung ist über das gemeinsame Statistik-Portal der Statistischen Ämter des Bundes und der Länder (www.statistik-portal.de) zu beziehen.


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Weitere Auskünfte erteilt:
Christa Stölzel
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